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17.03.2016

Treibhauseffekt und Emissionsszenarien Wie wirken sich Änderungen in der Zusammensetzung unserer Atmosphäre auf das Klimageschehen aus?

Beitrag zum anthropogenen Klimawandel durch veränderte Landnutzung

Der, durch die veränderte Landnutzung verursachte, anthropogene Treibhauseffekt hat seine Ursachen einerseits in der Freisetzung von Methan (CH4) durch veränderte Nutzungsformen (z.B. beim Reisanbau) und bei der Großviehhaltung. Zusätzlich wird Kohlendioxid (CO2) durch die Verbrennung von Biomasse emittiert und Lachgas (N2O) durch verstärkten Düngereinsatz freigesetzt.

Großflächige Waldrodungen beispielsweise ziehen sowohl eine reduzierte CO2-Assimilation, als auch eine verstärkte Emission von Kohlenstoff- und Stickstoffverbindungen vom Boden in die Atmosphäre nach sich. Weitere Einflüsse auf das Klima durch großflächige Nutzungsänderungen (allerdings nur lokal bzw. regional) entstehen auch durch die Veränderungen der Albedo infolge der Nutzungsänderung und durch die Veränderung im Wasserhaushalt der Region.

Der Anteil der Sektoren Land- und Forstwirtschaft (inklusive Entwaldung) an den gesamten anthropogenen Treibhausgasemissionen betrug im Jahr 2010 um 24% (siehe Abb. unten).

Abb. Anteile der ökonomischen Sektoren an den gesamten anthropogenen Treibhausgasemissionen (als CO2-Äquivalent) im Jahr 2010. Verändert nach IPCC-Synthesebericht "Climate Change 2014", Abbildung 1.7.

Abb. Anteile der ökonomischen Sektoren an den gesamten anthropogenen Treibhausgasemissionen (als CO2-Äquivalent) im Jahr 2010. Verändert nach IPCC-Synthesebericht "Climate Change 2014", Abbildung 1.7.

Der Sektor Landwirtschaft hat mit 56% (bezogen auf das Jahr 2005) den größten globalen Anteil an den anthropogenen Treibhausgasemissionen - CO2 ausgenommen. Die Darmgärung (enterogene Fermentation), die Kultivierung landwirtschaftlicher Böden, gefolgt von der Kultivierung von Reisfeldern, sowie die Verbrennung der Biomasse und das Düngemittelmanagement tragen dabei am meisten zu den Emissionen bei. Für die Forstwirtschaft und andere Landnutzungen sind die Anteile an Treibhausgasemissionen gering – auch hier CO2 ausgenommen - und sind hauptsächlich auf Torfabbau und Brände zurückzuführen.


Landwirtschaftliche Aktivitäten haben nach Forschungsergebnissen schon lange vor der Industrialisierung durch Veränderungen der Vegetation – und damit der Energiebilanz – Klimaänderungen ausgelöst. Eine Studie des Max-Planck-Institut für Meteorologie zeigte: Bereits um 1850 war schon etwa ein Drittel (20%-40%) des bis heute durch Landnutzung freigesetzten Kohlenstoffs in der Luft – es gab damals also schon einen „kleinen anthropogenen Klimawandel“.
 Veröffentlichung "Attribution of atmospheric CO2 and temperature increases to regions: importance of preindustrial land use change"

© DKRZ/MPI-M - Schnappschuss vom Jahr 1740 (aus historischen Daten abgeleitet) aus einer Animation zur Ausdehnung von landwirtschaftlich genutzer Flächen vom Jahr 800 bis 2100.

© DKRZ/MPI-M - Schnappschuss vom Jahr 1740 (aus historischen Daten abgeleitet) aus einer Animation zur Ausdehnung von landwirtschaftlich genutzer Flächen vom Jahr 800 bis 2100.

Die Daten wurden am Max-Planck-Institut für Meteorologie rekonstruiert bzw. nach dem IPCC-A1B-Szenario berechnet und vom Deutschen Klimarechenzentrum visualisiert. Den kompletten Film finden Sie hier.

 Link auf den kompletten Film des DKRZ

© DKRZ/MPI-M - Schnappschuss aus einer Animation zur Ausdehnung von Ackerland vom Jahr 2050 (entsprechend einer Zukunftsprojektion).

© DKRZ/MPI-M - Schnappschuss aus einer Animation zur Ausdehnung von Ackerland vom Jahr 2050 (entsprechend einer Zukunftsprojektion).