Glossar Klimaänderung

Das folgende Glossar ist zusammengestellt aus den Glossaren des IPCC-Syntheseberichts Klimaänderung 2007, des IPCC-Berichts Klimaänderung 2007 - Zusammenfassungen für politische Entscheidungsträger sowie IPCC, 2013/14: Anhang zu den Zusammenfassungen für politische Entscheidungsträger der Beiträge der Arbeitsgruppen I, II und III zum Fünften Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) . Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

M.

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Malaria

Endemische oder epidemische Parasitenkrankheit, die durch Arten der Gattung Plasmodium (Protozoa) hervorgerufen und auf Menschen durch Mücken der Gattung Anopheles übertragen wird. Sie erzeugt hohe Fieberschübe und systemische Störungen. Weltweit sind etwa 300 Millionen Menschen an Malaria erkrankt, jährlich sterben etwa 2 Millionen Menschen daran.

Markthemmnisse

Im Kontext von Klimaschutz sind dies Bedingungen, die die Verbreitung von kosteneffektiven Technologien oder Praktiken, die Treibhausgasemissionen verringern würden, ver- oder behindern.

Marktpotenzial

Siehe Emissionsminderungspotenzial.

Marktverzerrungen und Marktunvollkommenheiten

In der Praxis werden Märkte immer Verzerrungen und Unvollkommenheiten ausweisen, wie z.B. den Mangel an Information, verzerrte Preissignale, Mangel an Wettbewerb und/oder institutionelles Versagen bezüglich der Regulierung, unangemessene Beschreibung von Eigentumsrechten, verzerrende fiskalische Systeme und eingeschränkte Finanzmärkte.

Marktwechselkurs

Der Kurs, zu dem Landeswährungen ausgetauscht werden. Die meisten Wirtschaftssysteme veröffentlichen solche Kurse täglich. Sie werden mit geringen Differenzen an allen Börsen angewandt. In einigen Entwicklungsländern können signifikante Unterschiede zwischen offiziellen und Schwarzmarktkursen bestehen, und der Marktwechselkurs ist schwierig festzulegen.

Marktwirtschaftliche Auswirkungen

Auswirkungen, die monetär ausgedrückt werden können und direkt das Bruttoinlandsprodukt beeinflussen – z.B. Preisänderungen bei landwirtschaftlichen Materialien und/oder Erzeugnissen. Siehe auch Nicht-marktwirtschaftliche Auswirkungen.

Mariner Eisschild (Marine-based ice sheet)

Ein Eisschild, von dem ein wesentlicher Teil auf einem Untergrund unter halb des Meeresspiegels aufliegt und dessen Außenrand in Kontakt mit dem Ozean ist Das bekannteste Beispiel ist der Westantarktische Eisschild {WGI}

Marktbasierte Mechanismen, THG-Emissionen (Market-based mechanisms, GHG emissions)

Regulatorische Ansätze, die unter anderem Preismechanismen nutzen (z B Steuern und versteigerte Emissionsrechte), um die Quellen von Treibhausgasen zu verringern bzw ihre Senken zu vergrößern {WGIII}

Marktversagen (Market failure)

Wenn private Entscheidungen auf der Grundlage von Marktpreisen erfolgen, die nicht die tatsächliche Knappheit von Gütern und Leistungen reflektieren, sondern stattdessen Marktverzerrungen wiedergeben, erzeugen sie keine effiziente Verteilung von Ressourcen, sondern verursachen Wohlfahrtsverluste Eine Marktverzerrung ist ein jedes Ereignis, bei dem der Markt einen Markträumungspreis erreicht, der sich wesentlich von dem Preis unterscheidet, den ein Markt unter perfekten Wettbewerbsbedingungen, staatlicher Durchsetzung von rechtlichen Vereinbarungen und den Eigentumsrechten bei Privat-besitz erreichen würde Beispiele für Faktoren, die eine Abweichung der Marktpreise von der tatsächlichen wirtschaftlichen Knappheit verursachen, sind Umweltexternalitäten, öffentliche Güter, Monopolmacht, Informationsasymmetrie, Transaktionskosten und irrationales Verhalten {WGIII}

Marktwirtschaftliche Nettogewinne

Der Klimawandel, insbesondere moderate Klimaänderungen, wird wahrscheinlich positive und negative Auswirkungen auf marktbasierte Sektoren haben. Dies ist jedoch sowohl von der Geschwindigkeit als auch dem Ausmaß der Klimaänderung abhängig und es bestehen signifikante Unterschieden zwischen verschiedenen Sektoren und Regionen. Die Summe der positiven und negativen marktbasierten Gewinne und Kosten, die über alle Sektoren und alle Regionen für einen bestimmten Zeitraum aufaddiert wurden, heißen marktwirtschaftliche Nettogewinne. Marktwirtschaftliche Nettogewinne schließen jegliche nichtmarktwirtschaftlichen Auswirkungen aus.

Massenbilanz (von Gletschern oder Eisschilden) (Mass balance/budget (of glaciers or ice sheets))

Die Differenz zwischen dem Massenzuwachs eines Eiskörpers (Akkumulation) und dem Massenverlust (Ablation und Kalbung von Eisbergen) über einen gegebenen Zeitraum, häufig ein Jahr oder eine Saison Die (Punkt-)Massenbilanz bezeichnet die Massenbilanz an einem bestimmten Punkt auf dem Gletscher oder Eisschild Oberflächenmassenbilanz bezeichnet die Differenz zwischen Oberflächen akkumulation und Oberflächenablation Die Zuwachs- und Abfluss begriffe für eine Massenbilanz sind:

Akkumulation: Alle Prozesse, die die Masse eines Gletschers vergrößern Der bedeutendste Beitrag zu Akkumulation ist Schneefall Zu Akkumulation zählen auch die Ablagerung von Raureif, Eisregen, sonstige Arten festen Niederschlages, Zuwachs durch Schneeverwehungen und Lawinen

Ablation: Oberflächenprozesse, die die Masse eines Gletschers verringern Hauptsächlich trägt hierzu das Abschmelzen mit Schmelzwasserabfluss bei, bei einigen Gletschern sind jedoch Sublimation, Verlust durch Schneeverwehungen und Lawinenabgänge ebenfalls signifikante Abtragungsprozesse

Abbruch/Abfluss: Massenverlust durch die Kalbung von Eisbergen oder Eisabbruch an der Übergangszone zu Schelfeis Obwohl häufig als Ablationsbegriffe verwendet, werdenEisbergkalbung und Eisabbruch in diesem Bericht getrennt von der Oberflächenabschmelzung berücksichtigt {WGI}

Maßnahmen (Measures)

In der Klimapolitik bezeichnen Maßnahmen solche Technologien, Verfahren und Praktiken, die zum Klimaschutz beitragen, z B Erneuerbare Energien-Technologien, Müllvermeidungsverfahren, Praktiken für den öffentlichen Pendlerverkehr {WGIII}

Meereis (Sea ice)

Eis an der Meeresoberfläche, das durch Gefrieren von Meerwasser entstanden ist Meereis kann aus einzelnen Stücken bestehen (Eisschollen), die durch Wind und Strömungen über das Meer getrieben werden (Packeis), oder als bewegungslose Platte an die Küste angelagert sein (Schelfeis) Die Meereiskonzentration ist der Teil des Ozeans, der von Eis bedeckt ist Meereis, das weniger als ein Jahr alt ist, wird einjähriges Eis genannt Mehrjähriges Eis ist Meereis, das mindestens einen Sommer überdauert Es kann in zweijähriges Eis und altes Eis unterteilt werden, wobei altes Eis mindestens zwei Sommer überdauert hat {WGI}

Meereisbiom

Das von allen marinen, im oder auf dem treibenden Meereis (gefrorenem Meerwasser) der Polarmeere lebenden Organismen gebildete Biom.

Meeresoberflächentemperatur (Sea surface temperature (SST))

Die Meeresoberflächentemperatur ist die Mitteltemperatur in den oberen Metern des Ozeans unter der Meeresoberfläche, die von Schiffen, Bojen und Loggern gemessen wird Auf Schiffen ist man in den 1940er Jahren überwiegend dazu übergegangen, statt Messungen von Wasserproben aus Eimern Wasserproben aus dem Wasserzulauf für den Motor zu messen Satellitenmessungen der Außenschichttemperatur (oberste Schicht; mit der Dicke eines Bruchteils eines Millimeters) im Infrarotbereich oder ungefähr des obersten centimeters im Mikrowellenbereich werden ebenfalls verwendet, müssen jedoch angepasst werden, um mit der Mitteltemperatur kompatibel zu sein {WGI}

Meeresspiegeländerung (Sea level change)

Der Meeresspiegel kann sich sowohl auf globaler als auch auf lokaler Ebene ändern aufgrund von (1) Änderungen in der Form der Ozeanbecken, (2) einer Veränderung der Wasservolumens als Folge von Veränderungen der Wassermasse im Ozean und (3) Änderungen der Wasservolumens als Folge von Änderungen der Wasserdichte Eine mittlere globale Meeresspiegeländerung als Folge einer Änderung der Ozeanmasse wird als barystatisch bezeichnet Der Betrag der barystatischen Meeresspiegeländerung aufgrund einer Zu- oder Ab nahme der Wassermasse wird als ihr MeeresspiegelÄquivalent bezeichnet Meeresspiegeländerungen, sowohl global als auch lokal, die sich aus Änderungen der Wasserdichte ergeben, werden als sterisch bezeichnet Änderungen der Dichte, die ausschließlich durch Temperaturänderungen veranlasst sind, werden als thermosterisch bezeichnet, während Änderungen der Dichte, die durch Änderungen im Salzgehalt hervorgerufen werden, als halosterisch bezeichnet werden Barystatische und sterische Meeresspiegeländerungen beinhalten nicht die Auswirkungen von Änderungen der Form von Ozeanbecken, welche durch Änderung der Ozeanmasse und deren Verteilung hervorgerufen wird {WGI} Siehe auch Thermische Ausdehnung

Meeresoberflächentemperatur

Die Meeresoberflächentemperatur ist die kalorische Mitteltemperatur in den obersten paar Metern des Ozeans und wird von Schiffen, Bojen und Fischloggern gemessen. Die Schiffsmessungen wechselten in den 1940er Jahren von Messungen von Wasserproben in Kübeln in den meisten Fällen auf Proben von Maschinenansaugwasser. Satellitenmessungen der „Hauttemperatur“ (die oberste, einen Bruchteil eines Millimeters dicke Schicht) im Infrarotbereich oder ungefähr des obersten Zentimeters im Mikrowellenbereich werden auch verwendet, aber müssen abgeglichen werden, um mit der kalorischen Mitteltemperatur verglichen werden zu können.

Menschliche Sicherheit (Human security)

Eine Bedingung, die erfüllt ist, wenn der vitale Kern von Menschenleben geschützt ist und Menschen die Freiheit und Fähigkeit besitzen, ein Leben in Würde zu führen Im Kontext der Klimaänderung schließt der vitale Kern von Menschenleben die universellen und kulturspezifischen, materiellen und nichtmateriellen Elemente ein, die Menschen benötigen, um im eigenen Interesse zu handeln und in Würde zu leben {WGII}

Menschliches System

Jegliches System, in dem menschliche Organisationen eine Hauptrolle spielen. Oft, aber nicht immer ist der Begriff gleichbedeutend mit Gesellschaft oder Gesellschaftssystem, z.B. Landwirtschaftssystem, politischem System, technologischem System, Wirtschaftssystem; all dies sind menschliche Systeme im Sinne des Vierten Sachstandsberichts (IPCC AR4: Climate Change 2007).

IPCC AR4: Climate Change 2007


Meridionale Umwälzbewegung (Meridional Overturning Circulation, MOC)

Meridionale (nord-süd) Umwälzbewegung im Ozean, quantifiziert durch zonale (ost-west) Massentransportsummen in Tiefe- oder Dichteschichten Im Nordatlantik, außerhalb der subpolaren Regionen, wird die MOC (die im Prinzip eine messbare Größe ist) häufig mit der thermohalinen Zirkulation (THC) gleichgesetzt, was eine konzeptionelle und unvollständige Interpretation darstellt Es ist zu berücksichtigen, dass die MOC auch von Wind angetrieben wird und auch seichtere Umwälzzellen enthalten kann, wie sie in oberen Ozeanschichten in den Tropen und Subtropen vorkommen, in welchen warmes (leichtes) polwärts fließendes Wasser in etwas dichteres Wasser umgewandelt wird und in tieferen Schichten äquatorwärts zurückfließt {WGI, II}

Methan (CH4) (Methane)

Eines der sechs Treibhausgase, die nach dem Kyoto-Protokoll zu mindern sind Es ist der Hauptbestandteil von Erdgas und verbunden mit allen kohlenwasserstoffbasierten Energieträgern {WGI, III} Signifikante Emissionen treten als Folge von Viehzucht und Landwirtschaft auf, und ihre Begrenzung stellt eine wesentliche Option zur Minderung dar {WGIII} Siehe auch Globales Erwärmungspotenzial (GWP)

Methanoxidationsschicht (biocover)

Biologisch aktive Schichten, die auf Deponien aufgebracht werden, um Methan zu CO2 zu oxidieren.

Methanrückgewinnung

Methanemissionen, z.B. aus Öl- oder Gasquellen, Kohleflözen, Torfmooren, Gaspipelines, Deponien oder von anaeroben Organismen, können aufgefangen und als Brennstoff oder zu einem anderen wirtschaftlichen Zweck genutzt werden (z.B. als chemisches Ausgangsprodukt).

Metrik (Metric)

Ein konsistentes Maß für eine Eigenschaft eines Objektes oder einer Aktivität, die andernfalls schwer zu quantifizieren ist Im Kontext der Evaluierung von Klimamodellen bezeichnet dies ein quantitatives Maß der Übereinstimmung zwischen einer simulierten und beobachteten Größe, die dazu verwendet werden kann, um die Leistungsfähigkeit einzelner Modelle zu bewerten {WGI}

Millennium Entwicklungsziele

Ein Satz von zeitgebundenen und messbaren Zielen in der Bekämpfung von Armut, Hunger, Krankheit, Analphabetismus, Diskriminierung von Frauen und Umweltzerstörung, die auf dem UN-Millenniumsgipfel im Jahr 2000 beschlossen wurden.

Minderung (des Klimawandels)/Klimaschutz (Mitigation)

Eingreifen des Menschen zur Verringerung der Quellen bzw zur Förderung der Senken von Treibhausgasen Dieser Bericht bewertet auch Eingreifen des Menschen zur Verringerung der Quellen sonstiger Substanzen, das direkt oder indirekt zu einer Begrenzung der Klimaänderung beitragen könnte, so zum Beispiel die Verringerung von Feststoffemissionen, die das Strahlungsgleichgewicht unmittelbar verändern können (z B Ruß) oder Maßnahmen zur Regelung der Emissionen von Kohlenmonoxid, Stickoxiden, flüchtigen organischen Verbindungen und sonstigen Schadstoffen, die die Konzentration des troposphärischen Ozons verändern können, welche indirekte Folgen für das Klima hat {WGI, II, III}

Minderung (von Katastrophenrisiko und Katastrophen) (Mitigation (of disaster risk and disaster))

Die Verringerung der potenziellen negativen Folgen von Naturgefahren (einschließlich jener, die durch den Menschen induziert sind) durch Maßnahmen, welche die Gefahr, die Exposition und die Verwundbarkeit verringern {WGII}

Minderungsszenario (Mitigation scenario)

Eine plausible Beschreibung der Zukunft, die darstellt, wie das (untersuchte) System auf die Umsetzung von Minderungsstrategien und -maßnahmen reagiert {WGIII} Siehe auch Basis/Referenz, Emissionsszenario, Klimaszenario, Repräsentative Konzentrationspfade (RCP), Szenario, SRESSzenarien und Stabilisierung.

Mittelalterliche Klima-Anomalie (Medieval Climate Anomaly(MCA))

Ein Intervall mit verhältnismäßig warmen Bedingungen und anderen spürbaren Klima-Anomalien, wie ausgedehntere Dürren in einigen Kontinental regionen Die zeitliche Bestimmung dieses Intervalls ist nicht klar definiert, und unterschiedliche Aufzeichnungen geben den Beginn und die Beendigung der Warmzeit unterschiedlich an, einige geben unterbrochene Warmzeiten an Die meisten Definitionen liegen innerhalb des Zeitraumes 900 bis 1400 n Chr Derzeit verfügbare Rekonstruktionen der Durchschnittstemperatur auf der nördlichen Hemisphäre lassen darauf schließen, dass die wärmste Periode auf hemisphärischen Maßstab zwischen 950 und 1250 n Chr aufgetreten sein dürfte Derzeit verfügbare Aufzeichnungen und Temperaturrekonstruktionen lassen darauf schließen, dass die durchschnittlichen Tempera turen während der mittelalterlichen Warm zeit im Vergleich der letzten 2000 Jahre tatsächlich wärmer waren, obwohl die Warmzeit über Jahreszeiten und geographische Regionen hinweg nicht so ubiqui tär gewesen sein dürfte, wie die Erwärmung im 20 Jahrhundert Sie wird auch als Mittelalterliche Warmzeit bezeichnet {WGI}

Mittlere globale Oberflächentemperatur (Global mean surface temperature)

Eine Schätzung der mittleren globalen Oberflächentemperatur Für Änderungen im Zeitablauf werden jedoch nur Anomalien – als Abweichungen von einer Klimatologie – verwendet, üblicherweise basierend auf einem gebietsgewichteten globalen Durchschnitt der Anomalie der Meeresoberflächentemperatur und der Anomalie der Landoberflächentemperatur {WGI, II, III}

Mittlerer Meeresspiegel (Mean sea level)

Der über einen bestimmten Zeitraum wie einen Monat oder ein Jahr gemittelte Pegel der Ozeanoberfläche an einem bestimmten Punkt Der mittlere Meeresspiegel wird häufig als nationale Bezugsgröße für Höhenangaben an Land verwendet {WGI, II}

Modelle (Models)

Strukturierte Imitationen der Eigenschaften und Mechanismen eines Systems, um das Erscheinungsbild oder Funktionieren von Systemen, zum Beispiel des Klimas, der Wirtschaft eines Landes oder einer Feldfrucht, nachahmen zu können Mathematische Modelle fügen (viele) Variablen und Beziehungen zusammen (oft in einem Computercode), um die Systemfunktion und Systemleistung für Variationen von Parametern und Eingaben zu simulieren.

Berechenbares Allgemeines Gleichgewichtsmodell (Computable General Equilibrium (CGE) Model): Eine Klasse von Wirtschafts modellen, die tatsächliche Wirtschaftsdaten (z B Input/Output daten) verwenden, die Charakterisierung wirt schaftlichen Ver haltens verein fachen und das gesamte System numerisch auflösen CGE-Modelle spezifizieren alle wirtschaftlichen Beziehungen in mathematischen Ausdrücken und prognostizieren die Änderungen von Variablen wie Preisen, Produktion und wirtschaftlichem Gemeinwohl infolge einer wirtschaftspolitischen Veränderung, vorhandene Informationen über Technologien und Ver braucher-präferenzen vorausgesetzt (Hertel, 1997) Siehe auch Allgemeine Gleichgewichtsanalyse.

Integriertes Modell: Integrierte Modelle erforschen die Wechselwirkungen zwischen mehreren Wirtschaftssektoren bzw Komponen ten bestimmter Systeme wie dem Energiesystem Im Kontext von Trans formationspfaden be ziehen sie sich auf Modelle, die – mindes tens – voll ständige und disaggregierte Repräsentationen des Energie systems und dessen Verbindungen zur Gesamtwirtschaft be inhalten, welche die Berücksichtigung der Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen Elementen dieses Systems erlauben Integrierte Modelle können auch Darstellungen der Gesamtwirtschaft,von Landnutzung und Landnutzungsänderung und des Klimasystems beinhalten Siehe auch Integrierte Bewertung.

Sektormodell: Im Kontext dieses Berichtes beziehen sich Sektormodelle nur auf einen der in diesem Bericht diskutierten Kernsektoren, wie Gebäude, Industrie, Verkehr, Energieversorgung und AFOLU. {WGIII}

Modellhierarchie

Siehe Klimamodell.

Modellstreuung (Model spread)

Die Bandbreite bzw Streuung der Ergebnisse aus Klimamodellen, wie jene, die für das Gekoppelte Modellvergleichsprojekt Phase 5 (CMIP5) gesammelt wurden Liefert nicht notwendigerweise eine erschöpfende und formelle Schätzung der Unsicherheiten in Rückkopplungen, Antrieb oder Projektionen, selbst wenn sie numerisch ausgedrückt wird, beispielsweise durch die Berechnung einer Standardabweichung der Modellreaktionen Um Unsicherheiten zu quantifizieren, müssen Informationen aus Beobachtungen, physikalischen Beschränkungen und Expertenmeinungen unter Verwendung eines statistischen Rahmens kombiniert werden {WGI}

Möglichkeiten der Materialeffizienz

In diesem Bericht sind dies Möglichkeiten zur Treibhausgas-Emissionsminderung durch die Verringerung der Menge an Material, das für ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung benötigt wird.

Monsun (Monsoon)

Ein Monsun ist eine tropische und subtropische saisonale Umkehrung sowohl der Oberflächenwinde als auch der damit verbundenen Niederschläge, hervorgerufen durch die unterschiedliche Aufheizung der kontinentalen Landmasse und des angrenzenden Ozeans Monsunregen treten hauptsächlich im Sommer über Land auf {WGI, II}

Montreal-Protokoll

Das Montreal-Protokoll über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen, wurde 1987 in Montreal angenommen und in London (1990), Kopenhagen (1992), Wien (1995), Montreal (1997), und Beijing (1999) laufend angepasst und ergänzt. Es kontrolliert den Verbrauch und die Produktion von chlor- und bromhaltigen Chemikalien, die das stratosphärische Ozon zerstören, wie FCKWs, Methyl-Chloroform, Tetrachlorkohlenstoff und viele andere.

Morbidität

Auftrittshäufigkeit einer Krankheit oder anderen Gesundheitsstörung innerhalb einer Bevölkerung, wobei altersspezifische Morbiditätsraten berücksichtigt werden. Morbiditätsindikatoren sind z.B. das Auftreten/Überhandnehmen chronischer Erkrankungen, Häufigkeit von Krankenhausaufenthalten, Hausarztkonsultationen, Krankheitstage (d.h. Tage, an denen nicht zur Arbeit gegangen wird) und das Vorherrschen von Symptomen.

Mortalität

Häufigkeit von Todesfällen innerhalb einer Bevölkerung; die Berechnung der Mortalität berücksichtigt altersspezifische Sterberaten und kann so Angaben über die Lebenserwartung und das Maß an vorzeitigen Todesfällen machen.

Multi-Gas

Außer CO2 werden auch die anderen Treibhausgase (Methan, Lachgase und fluorierte Gase) mit einbezogen, z.B. bei der Erreichung von Emissionsminderungen (Multi-Gas-Reduzierung) oder Konzentrationsstabilisierungen (Multi-Gas-Stabilisierung).

Multi-Kriterien-Analyse (Multi-criteria analysis, MCA)

Integriert unterschiedliche Entscheidungsparameter und Werte, ohne allen Parametern monetäre Werte zuzuweisen Eine Multikriterien-Analyse kann quantitative und qualitative Informationen kombinieren Sie wird auch als Mehrparameteranalyse bezeichnet {WGIII}

Muster der Klimavariabilität

Natürliche Variabilität des Klimasystems, insbesondere in saisonalen oder längeren Zeitrahmen, tritt meistens in bevorzugten räumlichen Mustern und Zeiträumen auf, durch die dynamischen Charakteristika der Atmosphärenzirkulation und durch Interaktion mit der Land- und der Meeresoberfläche. Solche Muster werden oft Regimes, Modi oder Fernverbindungen genannt. Beispiele sind die Nordatlantik-Oszillation (NAO), das Pazifik-Nordamerikanische Muster (PNA), die El Niño-Southern Oscillation (ENSO), der Northern Annular Mode (NAM; früher Arktische Oszillation, AO, genannt) und der Southern Annular Mode (SAM; früher Antarktische Osziallation, AAO, genannt). Viele der bekannten Modi der Klimavariabilität werden im Vierten IPCC-Sachstandsbericht in Abschnitt 3.6 des Berichts der Arbeitsgruppe I behandelt.

Vierter IPCC-Sachstandsbericht, Abschnitt 3.6 des Berichts der Arbeitsgruppe I