Glossar Klimaänderung

Das folgende Glossar ist zusammengestellt aus den Glossaren des IPCC-Syntheseberichts Klimaänderung 2007, des IPCC-Berichts Klimaänderung 2007 - Zusammenfassungen für politische Entscheidungsträger sowie IPCC, 2013/14: Anhang zu den Zusammenfassungen für politische Entscheidungsträger der Beiträge der Arbeitsgruppen I, II und III zum Fünften Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) . Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

N.

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Nachfrageseitiges Management

Maßnahmen und Programme, um die Nachfrage nach Gütern und/oder Dienstleistungen zu beeinflussen. Im Energiesektor zielt nachfrageseitiges Management auf die Senkung der Nachfrage nach Strom und Energiequellen ab. Nachfrageseitiges Management hilft bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen.

Nachhaltige Entwicklung (Sustainable development (SD))

Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart deckt, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen, deren eigene Bedürfnisse zu decken, einzuschränken. (WCED, 1987) {WGII, III}

Nachhaltigkeit (Sustainability)

Ein dynamischer Prozess, der das Fortbestehen natürlicher Systeme und solcher des Menschen in angemessener Weise garantiert. {WGII, III}

Nachrüstung

Nachrüstung bedeutet den Einbau neuer oder modifizierter Teile oder Ausrüstung, oder die Umsetzung struktureller Veränderungen an bestehender Infrastruktur, die zum Zeitpunkt der Errichtung entweder nicht verfügbar waren oder nicht für notwendig befunden wurden. Der Zweck einer Nachrüstung im Zusammenhang mit Klimaänderung ist es im Allgemeinen, sicherzustellen, dass bestehende Infrastruktur neue Konstruktionsvorgaben erfüllt, die unter veränderten Klimabedingungen notwendig werden können.

Nachteilfreie Politik (-Option/-Potenzial)

Solche Politik würde gesellschaftlichen Nettonutzen erzeugen, unabhängig davon, ob Klimaänderung im Zusammenhang mit anthropogenen Treibhausgasemissionen stattfindet oder nicht. Als nachteilfreie Optionen zur Treibhausgas-Emissionsminderung werden Optionen bezeichnet, deren Nutzen (wie z.B. verminderte Energiekosten und geringere Emission von lokalen/regionalen Schadstoffen) den Kosten für die Gesellschaft gleichkommen oder sie übersteigen, zusätzlich zum Nutzen durch vermiedene Klimaänderung.

Nachweis und Zuordnung (Detection and attribution)

Der Nachweis einer Änderung wird definiert als das Verfahren, mit dem aufgezeigt wird, dass sich das Klima oder ein durch das Klima beeinflusstes System in einem definierten statistischen Sinn geändert hat, ohne Angabe eines Grundes für diese Änderung. Eine identifizierte Änderung gilt als in Beobachtungen nachgewiesen, wenn die Wahrscheinlichkeit ihres zufälligen Auftretens allein aufgrund interner Variabilität als gering ermittelt wird, zum Beispiel < 10 % Zuordnung wird definiert als das Verfahren zur Bestimmung der relativen Beiträge mehrerer ursächlicher Faktoren einer Änderung oder eines Ereignisses unter Angabe eines statistischen Vertrauensniveaus. (Hegerl et al , 2010) {WGI, II}
Der Begriff Zuordnung (englisch „attribution“) wird in WGI und WGII unterschiedlich verwendet. Zuordnung in WGII meint die Verknüpfung zwischen Folgen für natürliche Systeme und solche des Menschen und beobachteter Klimaänderung, unabhängig von deren Ursache. Im Gegensatz dazu quantifiziert Zuordnung in WGI die Verknüpfung zwischen beobachteten Klimaänderungen und Aktivität des Menschen sowie anderen externen Klimatreibern. {WGII SPM, Fußnote 5}

Nahrungsmittelsicherheit

Eine Situation, die dann gegeben ist, wenn Menschen einen gesicherten Zugang zu ausreichenden Mengen an unversehrten und nahrhaften Lebensmitteln haben, um normal wachsen, sich entwickeln und aktiv und gesund leben zu können. Unsicherheit in der Nahrungsmittelversorgung kann durch Nichtverfügbarkeit von Lebensmitteln, unzureichende Kaufkraft, unangemessene Verteilung oder unsachgemäße Verwendung von Lebensmitteln auf Ebene der Haushalte eintreten.

Negative Nebeneffekte (Adverse side effects)

Die negativen Folgen, die eine auf ein Ziel ausgerichtete politische Strategie oder Maßnahme auf andere Ziele haben kann, unabhängig von der Nettowirkung auf die gesamte soziale Wohlfahrt. Negative Nebeneffekte unterliegen oft Unsicherheiten und hängen u. a. von örtlichen Gegebenheiten und Umsetzungspraktiken ab. {WGIII} Siehe auch: Positive Nebeneffekte und Risiko.

Nicht-Annex-I-Parteien/-Länder (Non-Annex I Parties/countries)

Nicht-Annex-I-Länder sind überwiegend Entwicklungsländer. Bestimmte Gruppen von Entwicklungsländern werden von der Konvention als besonders verwundbar gegenüber den negativen Folgen der Klimaänderung anerkannt, einschließlich Länder mit niedrigliegenden Küsten gebieten und jene, die für Wüstenbildung und Dürren anfällig sind. Andere, wie Länder, die stark von Erträgen aus der Produktion fossiler Brennstoffe und dem Handel mit diesen abhängig sind, fühlen sich eher verwundbar gegenüber möglichen wirtschaftlichen Folgen der Maßnahmen zur Reaktion auf die Klimaänderung. Die Konvention betont Aktivitäten, die auf die besonderen Bedürfnisse und Besorgnisse dieser verwundbaren Länder gerichtet sind, wie Investitionen, Versicherungen und Technologietransfer. {WGIII} Siehe auch AnnexIParteien/Länder.

Nicht-klimatische Treiber (Non-climatic driver (non-climate driver))

Ein Faktor oder Prozess außerhalb des Klimasystems, der ein System des Menschen bzw. ein natürliches System beeinflusst. {WGII}

Nicht-marktwirtschaftliche Auswirkungen

Auswirkungen auf Ökosysteme oder das menschliche Wohlergehen, die jedoch nicht einfach monetär ausgedrückt werden können, z.B. ein erhöhtes Risiko vorzeitigen Todes oder Anstiege der Zahl an von Hunger bedrohten Menschen. Siehe auch marktwirtschaftliche Auswirkungen.

Nichtregierungsorganisation (NGO)

Gemeinnützige Gruppe oder Verein, die/der außerhalb der institutionalisierten politischen Strukturen organisiert ist, um bestimmte gesellschaftliche und/oder Umweltziele zu erreichen oder um bestimmten Interessensgruppen zu dienen.

Nordatlantische Oszillation (NAO)

Die Nordatlantische Oszillation besteht aus entgegengesetzten Schwankungen des barometrischen Drucks bei Island und bei den Azoren. Sie entspricht deshalb den Schwankungen in der Stärke der Hauptwestwindströmung über den Atlantik nach Europa, und damit den Schwankungen in den darin eingebetteten Tiefdruckgebieten mit den dazugehörenden Frontalsystemen.

Northern Annular Mode (NAM)

Die winterlichen Schwankungen in der Ausprägung eines durch tiefen Bodendruck in der Arktis und starke Westwinde in den mittleren Breiten charakterisierten Musters. Der NAM ist durch den nördlichen Polarwirbel mit der Stratosphäre verbunden. Er ist stark mit der Nordatlantischen Oszillation korreliert.