Glossar Klimaänderung

Das folgende Glossar ist zusammengestellt aus den Glossaren des IPCC-Syntheseberichts Klimaänderung 2007, des IPCC-Berichts Klimaänderung 2007 - Zusammenfassungen für politische Entscheidungsträger sowie IPCC, 2013/14: Anhang zu den Zusammenfassungen für politische Entscheidungsträger der Beiträge der Arbeitsgruppen I, II und III zum Fünften Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) . Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

O.

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Oberflächennaher Permafrost (Near-surface permafrost)

Ein Begriff, der häufig in der Anwendung von Klimamodellen verwendet wird, um Bezug zu nehmen auf den Permafrost in Tiefen nahe der Bodenoberfläche (typischerweise bis zu 3,5 m). Im Modellstudien wird oberflächennaher Permafrost normalerweise aus dem klimatischen Mittel über 20 oder 30 Jahre bestimmt, was von der konventionellen Definition von Permafrost abweicht. Das Schwinden von oberflächennahem Permafrost an einer Stelle schließt ein längerfristiges Fortbestehen von Permafrost in größeren Tiefen nicht aus. {WGI}

Oberflächentemperatur (Surface temperature)

Siehe Mittlere globale Oberflächentemperatur, Landoberflächentemperatur und Meeresoberflächentemperatur.

Ökosystem (Ecosystem)

Ein Ökosystem ist eine funktionelle Einheit aus lebenden Organismen, deren nicht-lebender Umwelt und den Wechselwirkungen zwischen ihnen. Die in einem bestehenden Ökosystem enthaltenen Komponenten und seine räumlichen Grenzen sind abhängig vom Zweck, für welchen das Ökosystem definiert wird: In einigen Fällen sind diese relativ klar, in anderen Fällen hingegen diffus. Die Grenzen von Ökosystemen können sich im Laufe der Zeit verändern Ökosysteme sind in andere Ökosysteme eingebettet und ihre Größenordnung erstreckt sich von sehr klein bis zur gesamten Biosphäre. In der derzeitigen Ära enthalten die meisten Ökosysteme entweder Menschen als wesentliche Organismen oder werden durch die Auswirkungen von Aktivitäten des Menschen in ihrer Umwelt beeinflusst. {WGI, II, III}

Ökosystembasierte Anpassung (Ecosystem-based adaptation)

Die Nutzung von biologischer Vielfalt und Ökosystemdienstleistungen als Teil einer umfassenden Anpassungsstrategie, um Menschen bei der Anpassung an negative Folgen der Klimaänderung zu helfen. Ökosystembasierte Anpassung nutzt die Bandbreite an Möglichkeiten für die nachhaltige Bewirtschaftung, Erhaltung und Wiederherstellung von Ökosystemen, um Leistungen bereitzustellen, die Menschen eine Anpassung an die Folgen der Klimaänderung ermöglichen. Sie ist darauf gerichtet, die Resilienz zu erhalten und zu erhöhen und die Verwundbarkeit von Ökosystemen und Menschen, die negativen Folgen der Klimaänderung ausgesetzt sind, zu verringern. Ökosystembasierte Anpassung wird sinnvollerweise in breitere Anpassungs- und Entwicklungsstrategien eingebunden. (Secretariat of the Convention on Biological Diversity, 2009) {WGII}

Ökosystemdienstleistungen (Ecosystem services)

Ökologische Prozesse oder Funktionen mit monetärem oder nichtmonetärem Wert für Einzelne oder die Gesellschaft als Ganzes. Diese werden häufig klassifiziert als (1) Unterstützungsleistungen wie die Aufrechterhaltung von Produktivität oder biologischer Vielfalt, (2) Bereitstellungsleistungen wie Nahrungsmittel, Fasern oder Fisch, (3) Regulierungsleistungen wie Klimaregulierung oder Kohlenstoff-Sequestrierung und (4) kulturelle Leistungen wie Tourismus oder spirituelle und ästhetische Wertschätzung {WGII, III}

Ölsand und Ölschiefer

Lose Sande, Sandsteine und Schiefer, die bituminöses Material enthalten, das abgebaut und in einen flüssigen Brennstoff umgewandelt werden kann.

Ozon (O3) (Ozone)

Ozon, die triatomische Form von Sauerstoff (O3), ist ein gasförmiger Bestandteil der Atmosphäre. In der Troposphäre wird es sowohl natürlich als auch durch photochemische Reaktionen unter Beteiligung von Gasen, die von Aktivitäten des Menschen herrühren, gebildet („Smog”). Troposphärisches Ozon wirkt als Treibhausgas. In der Stratosphäre wird Ozon durch das Zusammenwirken von ultravioletter Sonneneinstrahlung und molekularem Sauerstoff (O2) gebildet. Stratosphärisches Ozon spielt eine entscheidende Rolle in der stratosphärischen Strahlungsbilanz. Seine Konzentration ist in der Ozonschicht am höchsten. {WGI, III}

Ozonschicht

Die Stratosphäre enthält eine Schicht, in der die Ozonkonzentration am größten ist, die sogenannte Ozonschicht. Die Schicht erstreckt sich von etwa 12 bis 40 km Höhe über der Erdoberfläche. Die Ozonkonzentration erreicht zwischen etwa 20 und 25 km Höhe ein Maximum. Diese Schicht wird aufgrund menschlicher Emissionen von Chlor- und Bromverbindungen abgebaut. Jedes Jahr findet während des Frühlings auf der Südhalbkugel über der Antarktis ein sehr starker Abbau der Ozonschicht statt, der durch die anthropogenen Emissionen von Chlor- und Bromverbindungen in Kombination mit den spezifischen meteorologischen Verhältnissen in dieser Region verursacht wird. Dieses Phänomen wird Ozonloch genannt. Siehe auch Montreal-Protokoll.