Glossar Klimaänderung

Das folgende Glossar ist zusammengestellt aus den Glossaren des IPCC-Syntheseberichts Klimaänderung 2007, des IPCC-Berichts Klimaänderung 2007 - Zusammenfassungen für politische Entscheidungsträger sowie IPCC, 2013/14: Anhang zu den Zusammenfassungen für politische Entscheidungsträger der Beiträge der Arbeitsgruppen I, II und III zum Fünften Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) . Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Bonn, 2016.

W.

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Wahrscheinlichkeit (Likelihood)

Die Möglichkeit des Eintritts eines bestimmten Ergebnisses, soweit dies wahrscheinlichkeitstheoretisch abgeschätzt werden kann. In diesem Bericht wird dies durch Verwendung einer Standardterminologie ausgedrückt. (Mastrandrea et al. , 2010) {WGI, II, III}: Bestimmte oder eine Bandbreite von Erscheinungen/Ergebnissen eines unsicheren Ereignisses mit einer Wahrscheinlichkeit von
> 99 % gelten als „praktisch sicher“,
> 90% gelten als „sehr wahrscheinlich“,
> 66 % gelten als „wahrscheinlich“,
33 bis 66 % gelten als „etwa ebenso wahrscheinlich wie nicht“
< 33 % gelten als „unwahrscheinlich“,
< 10 % gelten als „sehr unwahrscheinlich“,
< 1 % gelten als „besonders unwahrscheinlich“.
{WGIII} Siehe auch Übereinstimmung, Vertrauen, Belege und Unsicherheit.

Wald (Forest)

Ein durch Bäume beherrschter Vegetationstyp. Weltweit werden viele Definitionen des Begriffes Wald verwendet, welche die großen Unterschiede in den biogeophysikalischen Bedingungen, der sozialen Struktur und Wirtschaft widerspiegeln. Gemäß der Definition des 2005 geschlossenen Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) bezeichnet Wald eine Fläche von mindestens 0,05–1 Hektar, von denen mehr als 10–30 % durch Baumkronen bedeckt sind. Die Bäume müssen das Potenzial haben, eine Endhöhe von mindestens 25 Metern in situ zu erreichen. Die Parteien des Rahmenübereinkommens können die Definition eines Waldes innerhalb dieser Bandbreite festlegen. Derzeit berücksichtigt die Definition weder unterschiedliche Biome, noch unterscheidet sie zwischen natürlichen Wäldern und Anpflanzungen. Auf eine notwendige Korrektur dieser Anomalie wird von vielen Seiten hingewiesen. Für eine Diskussion des Begriffes Wald und verwandter Begriffe wie Aufforstung, Wiederaufforstung und Entwaldung siehe den IPCC-Sonderbericht zur Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft. (IPCC, 2000b) Siehe auch den Bericht „Definitions and Methodological Options to Inventory Emissions from Direct Human induced Degradation of Forests and Devegetation of Other Vegetation Types-“. (IPCC, 2003) {WGIII}

Land Use, Land-Use Change and Forestry, IPCC, 2000

Definitions and Methodological Options to Inventory Emissions from Direct Human-induced Degradation of Forests and Devegetation of Other Vegetation Types, IPCC, 2003


Warme Tage/warme Nächte (Warm days/warm nights)

Tage, an denen die Höchsttemperatur bzw. Nächte, in denen die Tiefsttemperatur das 90 Perzentil übersteigt, wobei die entsprechenden Temperaturverteilungen im Allgemeinen gegenüber dem Referenzzeitraum 1961–1990 definiert werden. Zu den entsprechenden Kennzahlen siehe AR.5 WGI, Box WGI, 2.4. {WGI}

Wärmeperiode (Warm spell)

Eine Zeitspanne ungewöhnlich heißen Wetters Zu den entsprechenden Kennzahlen siehe AR5 WGI, Box 2.4. {WGI} Siehe auch Hitzewelle.

Wasserkreislauf (Hydrological cycle, Water cycle)

Der Kreislauf, in dem Wasser aus Ozeanen und von der Landoberfläche verdunstet; in atmosphärischer Zirkulation als Wasserdampf über die Erde transportiert wird, zu Wolken kondensiert, wieder als Regen oder Schnee über Ozean und Land niederschlägt, durch Bäume und Vegetation aufgenommen wird, auf der Oberfläche abfließt, in Böden versickert, Grundwasser erneuert, in Flüsse abfließt und schließlich in die Ozeane fließt, von wo aus es am Ende wieder verdunstet. Die verschiedenen, am Wasserkreislauf beteiligten Systeme werden üblicherweise als hydrologische Systeme bezeichnet. {WGI, II}

Wasserspeicherung an Land (Land water storage)

An Land gespeichertes Wasser mit Ausnahme desjenigen in Gletschern und Eisschilden (also Wasser, das in Flüssen, Seen, Feuchtgebieten, der Aerationszone, Aquifern, Reservoiren, Schnee und Permafrost gespeichert ist). Veränderungen der Wasserspeicherung an Land, die vom Klima und von Aktivitäten des Menschen angetrieben werden, tragen zu einer Veränderung des Meeresspiegels bei. {WGI}

Wasserstress

In einem Land herrscht Wasserstress, wenn der verfügbare Trinkwasservorrat im Verhältnis zur Wasserentnahme ein wichtiges Hemmnis für die Entwicklung darstellt. Bei der Bewertung auf globaler Ebene werden Becken mit Wasserstress oft so definiert, dass sie eine Wasserverfügbarkeit von weniger als 1000 m³/Jahr und Kopf haben (basierend auf dem langfristigen Mittel des Abflusses). Entnahmen von mehr als 20 Prozent der erneuerbaren Wasservorräte wurden ebenfalls als Indikatoren für Wasserstress herangezogen. Eine Feldfrucht gilt als wassergestresst, wenn das verfügbare Bodenwasser, und damit die tatsächliche Evapotranspiration, geringer ist, als die potenzielle Evaporation verlangt.

Wasserverbrauch

Menge an entnommenem Wasser, das während seiner Nutzung (durch Verdunstung und Güterherstellung) unwiederbringlich verloren geht. Der Wasserverbrauch ist gleich der Wasserentnahme minus Rückfluss.

Weideflächen, Bewirtschaftung von (Grazing land management )

Das System von Praktiken auf Flächen, die für die Viehzucht verwendet werden, mit dem Ziel, Menge und Art der Vegetation und des gezüchteten Viehbestandes zu beeinflussen. (UNFCCC, 2002) {WGIII}

Wiederaufforstung (Reforestation)

Pflanzung von Wäldern auf Land, das früher bewaldet war, aber in eine andere Nutzungsform umgewandelt wurde. Nach dem Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) und dem Kyoto-Protokoll bezeichnet Wiederaufforstung die direkte durch den Menschen induzierte Umwandlung nicht bewaldeter Flächen in bewaldete Flächen durch Pflanzung, Saat und/oder durch den Menschen induzierte Förderung natürlicher Saatquellen auf Land, das früher bewaldet war, aber in nicht bewaldetes Land umgewandelt wurde. Für den ersten Verpflichtungszeitraum des Kyoto-Protokolls sind Wiederaufforstungsmaßnahmen begrenzt auf eine Wiederaufforstung auf jenen Flächen, die am 31. Dezember 1989 nicht bewaldet waren. Für eine Diskussion des Begriffes Wald und verwandter Begriffe wie Aufforstung, Wiederaufforstung und Entwaldung siehe den IPCC-Sonderbericht zur Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft. (IPCC, 2000b) Siehe auch den Bericht „Definitions and Methodological Options to Inventory Emissions from Direct Human-induced Degradation of Forests and Devegetation of Other Vegetation Types“. (IPCC, 2003) {WGIII}
Land Use, Land-Use Change and Forestry, IPCC, 2000

Definitions and ethodological Options to Inventory Emissions from Direct Human-induced Degradation of Forests and Devegetation of Other Vegetation Types, IPCC, 2003


Windenergie (Wind energy)

Kinetische Energie aus Luftströmungen, die aus einer ungleichmäßigen Erwärmung der Erdoberfläche entstehen. Eine Windkraftturbine ist eine rotierende Maschine zur Umwandlung der kinetischen Energie des Windes in mechanische Energie an der Turbinenwelle zur Stromerzeugung. Eine Windmühle hat schräge Flügel oder Segel und die erhaltene mechanische Kraft wird zumeist direkt verwendet, zum Beispiel für Wasserpumpen. Ein Windpark, Windprojekt oder Windkraftanlage ist eine Gruppe von Windkraftturbinen, die durch ein System von Transformatoren, Verteilersträngen und (normalerweise) einer Umspannstation zu einem gemeinsamen Versorgungssystem verbunden sind. {WGIII}

Wirtschaftliches Emissionsminderungspotenzial

Siehe Emissionsminderungspotenzial.

Wolkenrückkopplung (Cloud feedback)

Eine Klimarückkopplung, die Änderungen jeglicher Eigenschaften von Wolken als Reaktion auf Änderungen der mittleren lokalen oder globalen Oberflächentemperatur beinhaltet. Das Verständnis von Wolkenrückkopplungen und die Bestimmung von Ausmaß und Vorzeichen erfordern Verständnis dessen, wie eine Änderung des Klimas das Spektrum der Wolkenarten, den Wolkenbedeckungsgrad, die Wolkenhöhe, die Strahlungseigenschaften von Wolken und letztlich den Strahlungshaushalt der Erde beeinflussen könnte. Derzeit bleiben Wolkenrückkopplungen die größte Unsicherheitsquelle bei Schätzungen der Klimasensitivität. {WGI}

Wüstenbildung

Degradation in ariden, semi-ariden und trockenen sub-feuchten Gebieten, die durch verschiedene Faktoren ausgelöst wird, u.a. durch klimatische Schwankungen und menschliche Aktivitäten. Darüber hinaus definiert die Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung der Vereinten Nationen (United Nations Convention to Combat Desertification; UNCCD) Landdegradation mit Reduktion oder Verlust von ariden, semi-ariden und trockenen sub-feuchten Gebieten, sowie biologischer oder wirtschaftlicher Produktivität und Komplexität von nicht bewässerten Kulturflächen, bewässerten Kulturflächen oder Gebirgsketten, Weideland, Wäldern oder Waldländern durch Landnutzungen oder durch einen Prozess oder eine Prozesskombinationen, einschließlich jener, die in Zusammenhang mit menschlichen Aktivitäten und Siedlungsmustern ablaufen, wie z.B. 1) Bodenerosion, die durch Wind und/oder Wasser eintritt; 2) Verschlechterung der physischen, chemischen und biologischen oder wirtschaftlichen Bodeneigenschaften; und 3) langfristige Verluste natürlicher Vegetation.