Institut für Küstenforschung mit seinem Norddeutschen Klimabüro am Helmholtz-Zentrum Geesthacht

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Klimaschwerpunkte des Instituts für Küstenforschung

  • Das Institut für Küstenforschung hat Schwerpunkte in den Bereichen Service, Forschung und Vernetzung herausgebildet:

Service

  • Regionaler Klimaservice am Norddeutschen Klimabüro: Das Norddeutsche Klimabüro ist Partner für Klimafragen in Norddeutschland. Durch einen wissenschaftlich basierten Dialog mit Öffentlichkeit und Entscheidern in Norddeutschland erhalten Kunden aus Bereichen wie Küstenschutz, Landwirtschaft oder Tourismus verständlich aufbereitetes, regional spezifisches und wissenschaftlich solides Klimawissen. So können rechtzeitig Entscheidungen getroffen und vor Ort umgesetzt werden. Der inhaltliche Fokus des Norddeutschen Klimabüros ergibt sich einerseits aus dem Informationsbedarf der Kunden und andererseits durch die Anbindung an den KlimaCampus Hamburg und an das Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht:


Forschung

  • Küstenklima: Die Abteilung „Küstenklima“ untersucht die Veränderungen der Umweltbedingungen im Küstenbereich. Schwerpunkt der Arbeiten liegt gegenwärtig auf den langfristigen Änderungen des marinen Sturm-, Seegangs- und Sturmflutklimas. Um ein umfassendes Bild zu bekommen, werden vergangene Änderungen rekonstruiert, ausgewertet und Szenarien für die Zukunft entwickelt.
  • Regionale Atmosphärenmodelle: Die Abteilung „Regionale Atmosphäremodelle“ beteiligt sich zusammen mit über dreißig internationalen Forschungseinrichtungen an der Entwicklung des gemeinschaftlichen regionalen Klimamodells COSMO-CLM. Es wird zur kleinräumigen Darstellung des regionalen Klimas und dessen Änderungen eingesetzt. Diese hoch aufgelöste Darstellung ermöglicht es, regionale Auswirkungen des Klimawandels zu simulieren und kleinräumige Wechselwirkungen besser zu verstehen. In der Abteilung „Auswertung und Datenassimilation“ wird ein weiteres klimarelevantes Modellsystem für den Seegang entwickelt und gepflegt.
  • Paläoklima: Die Abteilung Paläoklima vergleicht Klimaänderungen der vergangenen Jahrzehnte mit Klimavariationen der Vergangenheit. Es wird geprüft, ob die heutige Situation auf eine natürliche, im Abstand von Jahrzehnten oder Jahrhunderten auftretende klimatische Schwankung zurückzuführen oder tatsächlich außergewöhnlich ist. Die eingesetzten Klimamodelle berücksichtigen unter anderem die schwankende Intensität der Sonneneinstrahlung oder den Gehalt an vulkanischer Asche in der Atmosphäre. Die Modellrechnungen reichen bis zu mehreren tausend Jahren in die Vergangenheit zurück. In dieser Abteilung werden auch statistische Verfahren, wie sie hinter Rekonstruktionen über hunderte und tausende von Jahren der Lufttemperatur oder des Meeresspiegel stehen, kritisch überprüft.
  • Sozioökonomie des Küstenraumes: In der Abteilung „Sozioökonomie des Küstenraumes“ werden Fragen zur Widerstandsfähigkeit, Verwundbarkeit und Anpassungsfähigkeit von Küstensystemen bearbeitet. Antworten liefern zum Beispiel Umfragen der Küstenbevölkerung zur Wahrnehmung des Naturraumes, zu Umweltgefahren und der zukünftigen Entwicklung ihrer Heimat. Zusammenhänge, Risiken und Chancen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen sollen so besser verstanden werden. Darauf aufbauend lassen sich Aussagen zu nachhaltigen Managementkonzepten und Anpassungsstrategien treffen.
  • Modellierung zur Bewertung von Küstensystemen: In der Abteilung „Modellierung zur Bewertung von Küstensystemen“ wird an der Erstellung eines möglichst vollständigen Bildes des komplexen Lebensraums Küste gearbeitet. Dazu werden Langzeitsimulationen verschiedener Rechenmodelle miteinander kombiniert. Diese Simulationen zeigen, inwieweit physikalische Bedingungen wie Strömungen oder Wellen zu Veränderungen an der Küste und im Meer führen. Die Ergebnisse beantworten Fragen zu Risiken von Ölverschmutzungen oder der Auswirkung eines steigenden Meeresspiegels auf die Wattgebiete der Nordsee.
  • COSYNA - Coastal Observation System for Northern and Arctic Seas: Das Coastal Observation System for Northern and Arctic Seas (COSYNA) ist ein System aus Beobachtungen und Modellen. Ein Netz aus Messstationen erfasst aktuelle Umweltzustände ökosystemarer Kenngrößen, z.B. Phytoplankton, Stoffflüsse und Sandbewegungen. Ziel von COSYNA ist es, diese und andere Beobachtungen durch Modellierungen zu einem Gesamtbild zusammenzufügen und langfristige Änderungen zu dokumentieren. Die Beobachtungsdaten liegen online in dem Datenportal CoastLab. (www.cosyna.de und www.coastlab.org)


Vernetzung

  • LOICZ Land-Ocean Interactions in the Coastal Zone: LOICZ ist ein internationales Forschungsprojekt, das sich mit den Prozessen des globalen Wandels in Küstenzonen beschäftigt. Seit 1993 vernetzt LOICZ weltweit Wissenschaftler. Forschungsschwerpunkte sind die biologischen, chemischen und physikalischen Prozesse der Küste. 2003 hat LOICZ sein Forschungsgebiet um die Politik- und Sozialwissenschaften erweitert und berücksichtigt seitdem auch die menschliche Dimension der Küstenzone. Das Projektbüro hat seinen Sitz am Helmholtz-Zentrum Geesthacht.
  • BALTEX Baltic Sea Experiment: BALTEX ist ein internationales Forschungsnetzwerk für den Ostseeraum und ein Projekt des World Climate Research Programme (WCRP). Es wurde 1992 ins Leben gerufen. Die Forschung bei BALTEX konzentriert sich vor allem auf den hydrologischen Zyklus und den Energieaustausch zwischen Atmosphäre, Land- und Gewässeroberflächen da diese Prozesse das Klima grundlegend steuern und regulieren. Am Helmholtz-Zentrum Geesthacht ist ein internationales Sekretariat als Koordinationsstelle sämtlicher BALTEX-Aktivitäten eingerichtet.


Adresse

Institut für Küstenforschung mit seinem Norddeutschen Klimabüro
Helmholtz-Zentrum Geesthacht
Zentrum für Material- und Küstenforschung GmbH
Max-Planck-Str. 1
21502 Geesthacht

insa.meinke@hzg.de

http://www.hzg.de/institute/coastal_research/index.html.de