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25.08.2014

Globale Klimamodellierung Hoch entwickelte Klimamodelle versuchen, das Klima so realitätsnah wie möglich abzubilden und Aussagen über seine künftigen Veränderungen zu machen.

Klimamodelle mittlerer Komplexität (EMICs)

Zwischen den einfachen und den komplexen Klimamodellen stehen die Modelle mittlerer Komplexität, nach der englischen Bezeichnung „Earth system Models of Intermediate Complexity“ auch EMICs genannt.

© Claussen et.al., IGBP Newsletter 41, 05.2000

© Claussen et.al., IGBP Newsletter 41, 05.2000

EMICs beschreiben das Klimasystem in geringerer räumlicher und zeitlicher Auflösung als GCMs und enthalten bewusst vereinfachende Darstellungen physikalischer Prozesse, also in „parametrisierter“ Form. Man kann daher mit ihnen längere Zeitabschnitte simulieren oder mehrere Modellexperimente gleichzeitig ablaufen lassen. EMICs werden heute vielfach für sehr lange Simulationen von mehreren Hunderten bis Tausenden von Jahren eingesetzt, die mit GCMs bei heutiger Computerleistung nicht zu bewältigen sind, und haben dazu beigetragen, wichtige Funktionen des Klimasystems besser zu verstehen.

Die Fragestellungen für EMICs betreffen überwiegend die Erforschung von Klimaschwankungen über längere Perioden in der Vergangenheit, aber auch einen langfristigen Klimawandel in der Zukunft.

So untersuchten die Forscher die Klimaänderungen der letzten 10 000 Jahre zuerst mit EMICs, wobei sie beispielsweise eine relativ rasche Änderung der Vegetation der Sahara vor 6.000 Jahren entdeckten. Außerdem sind die durch die Veränderung der Erdbahnparameter angestoßenen Zyklen zwischen Warm- und Kaltzeiten ein wichtiger Untersuchungsgegenstand.

Zukünftige Klimaänderungen werden mit EMICs bis über die nächsten 1000 Jahre und mehr projiziert – Simulationen mit GCMs sind derzeit nur über maximal die nächsten 200 Jahre realisierbar. Da die Computerleistung sich ständig verbessert, könnten Fragen, die heute mit EMICs untersucht werden, in Zukunft vermutlich aber auch von GCMs gelöst werden.